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Erste Schritte im Strassenverkehr


Präventionsempfehlungen der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung


Kinder im Strassenverkehr

Ziele:

  • Ihnen als Eltern zu helfen, Ängste abzubauen, und Sie in Ihren Bemühungen um die Sicherheit der Kinder im Strassenverkehr zu unterstützen.
  • Sie auf die Besonderheiten des kindlichen Verhaltens im Strassenverkehr aufmerksam zu machen.
  • Ihnen Übungsvorschläge zum korrekten Verhalten der 2- bis 6-Jährigen im Strassenverkehr zu geben.


Bei den nachfolgenden Übungen sind die Altersangaben als grobe Orientierungshilfe zu verstehen.


Altersstufen:


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Ab 2 Jahren – Längsverkehr: Auf dem Trottoir gehen

Erklären Sie Ihrem Kind, dass die sicherere Hälfte des Trottoirs innen ist, dort «wo Häuser und Gärten» sind. Gehen Sie während diesen Erklärungen in die Hocke, damit Sie die Situation so sehen, wie Ihr Kind sie wahrnimmt.


Auf dem Trottoir gehen
  • Legen Sie zur Verdeutlichung eine farbige Schnur, ein Tuch oder eine Tasche in die Trottoirmitte.
  • Machen Sie Ihrem Kind vor, wo es gehen soll, nämlich immer auf der vom Verkehr abgewandten Seite.
  • Lassen Sie es schliesslich allein gehen.
  • Wiederholen Sie diese Übung öfters in kurzen Abständen. Wenn Sie nach einiger Zeit bemerken, dass Ihr Kind von selbst immer die «richtige» Hand – also diejenige auf der Trottoirinnenseite – ergreift, ist bereits viel erreicht.


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Ab 3 Jahren – Längsverkehr: Am Trottoirrand halten

Wählen Sie für die folgende Übung eine wenig befahrene Strasse aus. Erklären Sie Ihrem Kind den Unterschied zwischen dem Fussgängerbereich und der Fahrbahn.


Am Trottoirrand halten
  • Legen Sie am Trottoirrand eine farbige Schnur, ein Tuch oder eine Tasche hin und erklären Sie dem Kind, dass es beim Üben nie über diese Markierung hinaustreten darf.
  • Gehen Sie beim Vormachen bis zur Markierung und sagen Sie laut zu sich selbst: «Halt, hier muss ich immer anhalten!»
  • Lassen Sie Ihr Kind das Vorgezeigte nachmachen.
  • Lassen Sie es seinem Teddy oder seiner Puppe erklären, bis wohin man gehen darf.
  • Beobachten Sie es! Stoppt es von sich aus am Trottoirrand? Hält es am Trottoirrand auch an, wenn es abgelenkt ist?


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Ab 4 Jahren – Querverkehr: Die Strasse überqueren

Allein über die Strasse zu gehen ist eine schwierige Aufgabe. Sie können dies wohl mit einem 3-jährigen Kind schon üben, aber nur auf Strassen, die übersichtlich und wenig befahren sind (z. B. Quartierstrassen).


Die Strasse überqueren
  • Zeigen Sie, wie Sie als Erstes am Trottoirrand anhalten, wie Sie danach mehrmals auf beide Seiten schauen, bis kein Fahrzeug mehr kommt, und gehen Sie dann gemeinsam über die Strasse. Es ist wichtig, die Strasse auf dem kürzesten Weg (geradeaus) zügig – aber ohne zu rennen – zu überqueren.
  • Lassen Sie Ihr Kind jetzt allein die Strasse überqueren.
  • Bitten Sie es, Ihnen zu erklären, was es jeweils tut.
  • Achten Sie beim Üben darauf, dass Sie Ihrem Kind nicht die Sicht nach der Seite verdecken.


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Ab 5 Jahren – Querverkehr: Am Fussgängerstreifen

Fussgängerstreifen bieten leider kein hohes Mass an Sicherheit; sie regeln in erster Linie das Vortrittsrecht. Trotzdem sollten Kinder die Strasse wenn möglich auf Fussgängerstreifen überqueren. Solche mit Mittelinseln erhöhen die Sicherheit und sind für Kinder leichter zu bewältigen.


Am Fussgängerstreifen
  • Machen Sie zuerst vor, wie die Strasse zu überqueren ist. Sprechen Sie dabei laut zu sich selbst, damit Ihr Kind weiss, warum Sie etwas tun. Achten Sie unbedingt darauf, dass es – trotz Vortrittsrecht – wartet, bis kein Fahrzeug mehr kommt oder bis eines hält.
  • Bestehen Sie darauf, dass es erst dann geht, wenn das Fahrzeug stillsteht und auch aus der Gegenrichtung keines herannaht.
  • Erklären Sie ihm, dass es in der Mitte der Strasse nochmals schauen muss, ob kein Fahrzeug das anhaltende überholt. Das passiert leider immer wieder – obwohl es verboten ist.


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Ab 5 Jahren – Querverkehr: Beim Lichtsignal

Das Lichtsignal ist ein guter Schutz und ermöglicht den Kindern ein relativ sicheres Überqueren der Strasse.


Beim Lichtsignal
  • Zeigen Sie Ihrem Kind am besten an einem einfachen Fussgängersignal, dass Grün «gehen» und Rot «warten» bedeutet.
  • Erklären Sie ihm aber immer deutlich, dass es vor dem Betreten der Fahrbahn – trotz «Grün» für die Fussgänger – auch auf den Verkehr achten muss.
  • Lassen Sie Ihr Kind nun den ganzen Ablauf vormachen, d. h., es soll zeigen, wie es wartet, gleichzeitig auf den Verkehr achtet und dann über die Strasse geht.
  • Wenn Sie das richtige Verhalten vormachen, schauen Sie besonders auffällig nach abbiegenden Fahrzeugen, damit das Kind Ihre Kopfbewegungen nachvollziehen kann.


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Ab 5 Jahren – Längs- und Querverkehr: Allein unterwegs

Aufgrund Ihrer bisherigen Beobachtungen können Sie nun beurteilen, ob Ihr Kind im Strassenverkehr ein vorwiegend «stabiles Verkehrsverhalten» zeigt. Das ist dann der Fall, wenn sich ein Kind während mehrerer Tage und zu unterschiedlichen Zeiten an derselben Stelle immer gleich verhält. Solange sich sein Verhalten nicht gefestigt hat, lassen sich keine Voraussagen über das künftige Verhalten in gleichen oder ähnlichen Situationen machen.


Allein unterwegs
  • Begleiten Sie Ihr Kind zuerst auf dem Hin- und Rückweg und besprechen Sie die Gründe für Ihre Streckenwahl («Warum gehen wir erst dort vorne über die Strasse?»).
  • Begleiten Sie es später nicht mehr die ganze Strecke.
  • Beobachten Sie Ihr Kind bei den ersten Alleingängen.


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Ab 5 Jahren – Längs- und Querverkehr: Der Weg in den Kindergarten

Wenn Sie mit Ihrem Kind die bisher angegebenen Übungen durchgespielt haben, erleichtern Sie ihm den Weg in den Kindergarten.


Der Weg in den Kindergarten
  • Gehen Sie diesen Weg zuerst gemeinsam. Da Schulwegunfälle mit Kindergartenkindern eher auf dem Rückweg vom Kindergarten ins Elternhaus passieren, ist es empfehlenswert, sie abzuholen und nach Hause zu begleiten.
  • Die Begleitphase kann im Verlauf der Zeit allmählich reduziert werden, wobei die örtlichen Wegverhältnisse zu berücksichtigen sind. Es ist jedoch empfehlenswert, Ihr Kind weiterhin auf seinem Weg zum und vom Kindergarten zu beobachten. Nur so stellen Sie fest, ob es Abkürzungen bevorzugt oder Umwege macht und ob es sich immer noch sicher verhält.


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Ab 6 Jahren – Querverkehr: Sichthindernisse parkierte Autos

Zwischen parkierten Autos hervor die Strasse zu überqueren, ist für Kinder anspruchsvoll. Darum empfiehlt es sich, dies besonders zu üben.


Sichthindernisse parkierte Autos
  • Treten Sie langsam bis zur Sichtlinie vor – bis auf die Höhe der Aussenspiegel der Autos –, wo Sie für Fahrzeuglenkende rechtzeitig wahrnehmbar sind.
  • Sagen Sie Ihrem Kind: «Halt! Wir schauen mehrmals in beide Richtungen, bis die Strasse frei ist. Dann gehen wir auf die andere Strassenseite.» 
  • Am besten verdeutlichen Sie beim ersten Üben die Sichtlinie durch eine farbige Schnur oder ein Tuch.
  • Machen Sie als nächstes die Übung mit Ihrem Kind an der Hand. Sagen Sie laut, warum Sie etwas tun. 
  • Lassen Sie das Kind das Gelernte vormachen. Begeben Sie sich bei dieser Übung immer wieder auf seine Augenhöhe. Sie werden staunen, wie schwierig es ist, zwischen parkierten Autos einen Überblick zu erhalten.

  

Tipps zum Üben mit 2- bis 6-jährigen Kindern

  • Beginnen Sie früh mit Verkehrserziehung.
  • Verhalten Sie sich vorbildlich.
  • Erklären Sie Ihrem Kind die jeweilige Situation mit einfachen Worten und lassen Sie es das Gesagte wiederholen.
  • Begeben Sie sich beim Üben auf die Augenhöhe Ihres Kindes.
  • Üben Sie häufig in der vertrauten Umgebung.
  • Üben Sie niemals an ungeeigneten Stellen, z. B. unmittelbar nach Kurven.
  • Beachten Sie die Reihenfolge: vorzeigen – gemeinsam machen – allein machen lassen – beobachten. 
  • Loben Sie Ihr Kind.
  • Steigern Sie den Schwierigkeitsgrad der Übungen allmählich. 
  • Kleiden Sie es in helle, leuchtende Farben; viele Kleidungsstücke sind bereits mit lichtreflektierenden Materialien ausgerüstet.
  • Lassen Sie die Sehfähigkeit Ihres Kindes prüfen.
  • Eltern sind die wichtigsten Verkehrserzieher. Wenn der Erfolg dauerhaft sein soll, müssen Sie über längere Zeit immer wieder mit dem Kind üben.


Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich an einen Verkehrsinstruktor der Polizei.


top


(Quelle: Beratungsstelle für Unfallverhütung, Erste Schritte im Strassenverkehr, Ib0122/01.2006.2, Fotos: Marco Zanoni, Bern und Fred Leiser, Liebefeld. Bestellen Sie diese Broschüre auf http://shop.bfu.ch )

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